Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik - Schwerpunkt Informations- und IT-Service-Management
Meldung

Virtual Reality als künstlerisches Medium

Kooperation zwischen Kunsterziehung und Wirtschaftsinformatik

Im Rahmen des SKILL-Teilprojekts Information & Media Literacy hat Ana Trajkovic mit Unterstützung des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik eine VR-Installation geschaffen, die den Besuchern der Ausstellung „Grenzen“ in der Sankt-Anna-Kapelle in Passau die faszinierende Möglichkeit einer Grenzüberschreitung zwischen Realität und Virtualität bietet. Die Ausstellung selbst setzt sich mit Grenzen und der Grenzüberschreitung auseinander, einem Thema, das uns im Alltag in vielfältiger Weise permanent begegnet.

Für ihr Werk „Konvrontation“ hat sie den beeindruckenden Kapellenraum der Sankt-Anna-Kapelle virtuell so nachgebildet, dass sich Besucherinnen und Besucher beim Aufsetzen der VR-Brille scheinbar im gleichen Raum wiederfinden, doch sind sie plötzlich allein. Die Geräusche der realen Umgebung sind zwar noch zu hören, doch sichtbar ist niemand. Der Tisch vor ihnen, in der Realität eben noch leer und nur mit einer weißen Tischdecke versehen, ist gefüllt mit Gegenständen – darunter Trauben, Brot, eine Schere, ein Zylinder, Federn, Rasierklingen, eine Pistole mit einer Kugel. Verwiesen wird hier auf die Performance rhythm 0 der Künstlerin Marina Abramović aus dem Jahre 1974, in der sie 72 Gegenstände auf einem Tisch darbot und sich sechs Stunden lang ihrem Publikum auslieferte. Dabei wurde sie vom Subjekt zum Objekt – eine Grenze, die Ana Trajkovic in ihrer Arbeit thematisiert und um den Kontext Virtual Reality erweitert.

Wer die Brille aufsetzt, ist konfrontiert mit den von Abramović genutzten Gegenständen, gleichzeitig aber auch mit der eigenen Passivität, denn ein Berühren oder gar Benutzen der Gegenstände ist in der virtuellen Umgebung nicht vorgesehen. Man ist Betrachter und gleichzeitig auch Objekt für alle Außenstehenden. Das Werk von Ana Trajkovic zeigt, wie Kunst ihre Ausdrucksmöglichkeiten durch neue Technologien und Medien auf eine Art erweitern kann, die neue Erfahrungs- und Reflexionsräume schafft und aktuelle Themen und ihre Grenzziehungen auslotet. Die Fotos geben einen Eindruck der VR-Installation, deren Umsetzung auch eine technische Herausforderung war.

Eine Videodokumentation des Werks ist noch bis zum 15.10.2017 (Di-So 13-18 Uhr) in der Ausstellung "Grenzen", die in Kooperation zwischen der Universität Passau und dem Kunstverein Passau e.V. in der Sankt-Anna-Kapelle stattfindet, zu sehen. Wer sich in die virtuelle Realität der VR-Installation begeben möchte, wird gebeten, einen Termin mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik zu vereinbaren.

| 09.10.2017