Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik - Schwerpunkt Informations- und IT-Service-Management
Aktuelle Forschungsprojekte

Aktuelle Forschungsprojekte

Ziel der Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls ist es, relevante Fragestellungen aus dem Bereich Informations- und IT-Service-Management in Kooperation mit internationalen Praxis- und Forschungspartnern theoriegeleitet und methodengestützt zu adressieren, um nachhaltige Forschungsergebnisse zu erarbeiten. 

Aktuell werden folgende Forschungsthemen am Lehrstuhl behandelt:

Data Analytics und Privacy

Herausforderungen im Umfeld von Big Data können sowohl rein technischer als auch soziotechnischer Natur sein. Nutzer geben ihre Daten täglich über verschiedene digitale Kommunikationskanäle, Webseiten und anderen webbasierten Anwendungen wie Fitnesstracker und anderen tragbaren Geräten preis, was gerade auf soziotechnischer Ebene Probleme betreffend der Datensicherheit und Privatsphäre von Nutzern hervorruft. Welche Auswirkungen die Datenbereitstellung haben kann, wird dabei oft bewusst als auch unbewusst ausgeblendet. Auf der anderen Seite besitzen diese Daten für Unternehmen einen hohen Stellenwert, der durch die Verknüpfung und weiteren Analyse dieser Daten gesteigert werden und zu Wettbewerbsvorteilen führen kann. Unklar bleibt dabei, ob dem Aspekt der Datensicherheit immer ausreichend Rechnung getragen werden kann.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen dieses Thema erforscht werden. Dabei wird unter Anderem untersucht, welche Motivation Nutzer haben, ihre Daten bereitzustellen und welche Rolle dabei die Faktoren „Bewusstsein“ und „Akzeptanz“ einnehmen. Des Weiteren sollen verschiedene Risiken identifiziert werden, die infolge der Datenbereitstellung  auftreten können und darauf basierend ein Maßnahmenkatalog mit Handlungsempfehlungen zum verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit Daten erarbeitet werden.

Ansprechpartner: Nora Fteimi

Erfolgsfaktoren von Cloud Computing-Geschäftsmodellen

Durch die Einführung des Cloud Computing-Konzepts sind neue Rollen für Unternehmen auf dem IT-Markt entstanden. Zu diesen zählen in erster Linie Anbieter der drei Basisservicearten (Software-, Platform- und Infrastructure-as-a-Service), aber auch weitere wie Aggregatoren, Integratoren oder Marktplätze. Diese veränderte Marktstruktur hat die traditionelle, lineare IT-Wertschöpfungskette aufgebrochen und stattdessen zu einem Entstehen eines netzwerkartigen Business-Ökosystems geführt. Um die Rollen und deren abstrakten Beziehungen dieses Business-Ökosystems abzubilden, haben bereits einige Autoren Modellvorschläge veröffentlicht. Diese unterscheiden sich jedoch deutlich voneinander, was die Erstellung eines überarbeiteten, die bisherigen Modellvorschläge integrierenden und damit umfassenderen, Modells notwendig macht.

Da die verschiedenen Ökosystem-Rollen unterschiedliche Geschäftspotentiale eröffnen, verlangen diese jeweils nach einem adäquaten Geschäftsmodell. Im Ökosystemkontext kann ein Geschäftsmodell als Spezifikation angesehen werden, wie einzelne Rollen konkret durch Unternehmen umgesetzt werden. Bislang existiert zu Cloud Computing-Geschäftsmodellen – obwohl etablierte IT-Unternehmen wie auch Start-Ups im Cloud Computing-Umfeld Schwierigkeiten haben, ihr Geschäftsmodell zu gestalten – ein niedriger Forschungsstand. Forschungsbereichsübergreifend wird ein Geschäftsmodell oftmals dazu verwendet, um ausgehend von den Ausprägungen dessen Komponenten und bestimmter finanzieller Kennzahlen eines Unternehmens, potentielle Einflussfaktoren für den Unternehmenserfolg abzuleiten. Bei Cloud Computing existiert diesbezüglich zwar eine erste, abstrakte Analyse, diese erscheint allerdings aufgrund der Heterogenität der berücksichtigten Marktteilnehmer als wenig aussagekräftig. Dieser Umstand macht die Durchführung einer selektiven Analyse mit ähnlich gearteten Anbietern zwingend erforderlich. Zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit der einbezogenen Unternehmen bieten sich hierbei die Ökosystemrollen an. Anstatt dabei auf öffentlich zugängliche Sekundärdaten zurückzugreifen, sollen in einer alternativen Vorgehensweise Erfolgsfaktoren von Geschäftsmodellen direkt innerhalb von explorativen Experteninterviews mit Vertretern mehrerer Cloud-Anbieter erhoben und anschließend evaluiert werden.

Ansprechpartner: Sebastian Floerecke

Information Privacy im Cloud Computing

Cloud-Computing-Speicherdienstleistungen, wie z.B. Dropbox und Google-Drive haben in den letzten Jahren zunehmend Einzug in das private Lebensumfeld erhalten. Der damit verbundene Paradigmenwechsel hinsichtlich der Verfügbarkeit und dem Besitz gespeicherter Daten resultiert in essentiellen datenschutzrelevanten Auswirkungen für die Endnutzer. Im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts wird in Zusammenarbeit mit dem Indian Institut of Technology Madras untersucht, welchen Mehrwert neuartige Darstellungsformen liefern, um Nutzern die Anpassung persönlicher Datenschutzeinstellungen zu ermöglichen und zu erleichtern. In dem gemeinsamen Projekt werden neben verhaltensbezogenen Fragestellungen bezüglich der individuellen Auffassung von Privatheit auch gestaltungsorientierte Aspekte in Hinblick auf die Erstellung von Informationssystemen untersucht.   

Ansprechpartner: Alexander Keller

Interaktive Videos zur Wissensvermittlung

Video-Tutorials sind sowohl im privaten als auch im organisatorischen Umfeld ein weitverbreitetes Medium, um zielgerichtet Wissen in spezifischen Anwendungsdomänen zu vermitteln. Die Nutzung sogenannter Massive Open Online Courses (MOOCs) und Video-Plattformen wie YouTube ergänzt klassische, text- und papierbasierte Wissensvermittlung und ersetzt diese in Teilbereichen. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird die Fragestellung untersucht, inwieweit sich interaktives, videobasiertes Lernen von klassischen Ansätzen unterscheidet und welche verhaltensspezifischen Effekte bei der Nutzung zu beobachten sind. Daraus lassen sich relevante Implikationen für den zielgerichteten Einsatz verschiedener Lernmethoden zur Wissensvermittlung und -aneignung ableiten, die sowohl im Hochschulkontext als auch in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung Anwendung finden. 

Ansprechpartner: Alexander Keller

Text Analytics Methoden und Anwendungsfelder im Kontext der Wirtschaftsinformatik

Text Analytics, auch Text Mining genannt, erlaubt die gezielte Verarbeitung und Analyse von umfangreichen textuellen Datenbeständen und findet mittlerweile in zahlreichen Forschungsdisziplinen und Unternehmensbereichen Anwendung. Dabei kommen verschiedene Verfahren und Algorithmen zum Einsatz, die aus übergeordneten Themenfeldern wie dem Data Mining bzw. aus benachbarten Forschungsdisziplinen wie der natürlichen Sprachverarbeitung oder künstlichen Intelligenz stammen.

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es den Einsatz dieser Methoden gezielt im Themenumfeld der Wirtschaftsinformatik zu erforschen und zu evaluieren, wie die Methoden nutzenbringend eingesetzt werden und welche Potenziale, aber auch Herausforderungen, sich daraus ergeben können. Basierend auf den Ergebnissen einer Bestandaufnahme zu Text Analytics-Anwendungsgebieten konnten in diesem Kontext bereits erste Ergebnisse zur Relevanz von Themen der Wirtschaftsinformatik auf sozialen Medien gewonnen werden. Ein weiteres aktuelles Themenfeld in diesem Forschungsprojekt untersucht beispielsweise im Rahmen einer universitätsübergreifenden Forschungskooperation die Rolle von Emotionen in der Forschung.

Ansprechpartner: Nora Fteimi

Text Analytics im Kontext von Big Data

Täglich entstehen im privaten sowie auch im organisatorischen Umfeld große Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten. Mit der Datenflut gehen neue Probleme und Herausforderungen einher, die es zu bewältigen gilt. So stellt sich beispielsweise die Frage nach Methoden der effizienten und zuverlässigen Datenanalyse und -auswertung, die vor dem Hintergrund unterschiedlicher Datenformate, verschiedener Speicher- und Ausgabemedien an Relevanz gewinnen. Wissenschaftliche Arbeiten, die sich dieser Herausforderung annehmen, haben die Relevanz dieses Themas erkannt und in den vergangenen Jahren neue Ansätze und Methoden entwickelt, wofür sich der Begriff „Text Analytics“, auch „Text Mining“ etabliert hat. Text Analytics erlaubt die, zunehmend auch softwarebasierte Verarbeitung von Textbeständen, sodass neue Textmuster und dadurch neues Wissen generiert werden. Unternehmen können dadurch höhere Gewinnmargen und Wettbewerbsvorteile erzielen. Über Sentiment Analysen kann beispielsweise die Stimmung von Kunden hinsichtlich erworbener Produkte im Rahmen von Kundenbewertungen analysiert und darauf basierend entsprechende optimierende Maßnahmen eingeleitet werden.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes werden bereits bestehende Ansätze zur softwarebasierten Textanalyse systematisch evaluiert und ausgewertet um darauf aufbauend neue optimierte Verfahren auszuarbeiten. Beispielsweise wird der Einsatz von Wörterbüchern zur softwarebasierten Erfassung und Analyse zusammengesetzter Konzepte untersucht und bewertet.

Ansprechpartner: Nora Fteimi

Verfahren zur Analyse qualitativer Daten

Um Daten im Rahmen qualitativer Forschung inhaltlich zu strukturieren und kontextspezifisch aufzubereiten, bedient man sich sogenannter Codierungstechniken. Da die Interpretation der daraus resultierenden Ergebnisse meist einen stark subjektiven Charakter aufweist, besteht ein Bedarf an innovativen Verfahren, die auf einer standardisierten Vorgehensweise beruhen und objektive Einblicke in die Datenbasis gewähren. In diesem Zusammenhang werden am Lehrstuhl zwei Verfahren entwickelt, die der Analyse codierter, qualitativer Daten dienen. Einer der Ansätze beruht auf einem Verfahren aus dem Information Retrieval und bestimmt die Relevanz einzelner Codes hinsichtlich ihres Auftretens im Untersuchungskorpus. Das zweite Analyseverfahren gruppiert qualitative Informationen hinsichtlich ihrer kontextspezifischen Zugehörigkeit, indem die codierten Daten als Graph abgebildet werden und darauf aufbauend ein Clustering auf Basis von Graphenpartitionierung erfolgt.

Ansprechpartner: Alexander Keller

Qualität von Prozessmodellen

In den letzten Jahren hat sich das Prozessmanagement zu einer immer wichtigeren und bedeutenderen Disziplin, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis, entwickelt. Prozessmodelle werden heutzutage unter anderem für die Konfiguration von Informationssystemen, für die Dokumentation, für die Reorganisation von Unternehmen, das Management von Projekten, die Standardisierung, Automatisierung sowie Simulation von Geschäftsprozessen verwendet. Da Geschäftsprozesse Einfluss auf die Produktqualität und Kundenzufriedenheit nehmen, sehen Unternehmen sich stetig gezwungen ihre Prozesse, unter Zuhilfenahme von Prozessmodellen, zu verbessern.

Wissenschaft und Praxis weisen jedoch eine unterschiedliche Herangehensweise bei der Modellierung von Prozessen und der Verwendung von Prozessmodellen auf. Bisher konnte sich kein allgemeingültiges und einheitliches Verständnis hinsichtlich qualitativ hochwertiger Prozessmodelle etablieren. Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht daher, ausgehend von einem Mixed Method Forschungsansatz, den Begriff der Prozessmodellqualität näher zu definieren und die Ausprägungen von Prozessmodellqualität sowie die Wechselwirkungen dieser zu untersuchen.  

Ansprechpartner: Aleksandra Dzepina 

ViSIT - virtuelles Museum für Passau und Kufstein

DISK - Digitale und soziale Kompetenz

 

Die Webseite des Instituts für Digitale und soziale Kompetenz (DISK) finden Sie hier.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Prof. F. Lehner (Tel.: 0049 851 509-2590 oder Mail: franz.lehneratuni-passau.de).

Der Lehrstuhl unterstützt das Projekt Spoferan, das erfolgreich eine EXIST-Gründungsförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eingeworben hat:

Mentorat für Web-App Spoferan

Spoferan - Web-App hält Sportlerinnen und Sportler auf dem Laufenden

Spoferan - Web-App hält Sportlerinnen und Sportler auf dem Laufenden
Die Passauer Absolventen Christian Teringl und Ferdinand Frank hatten eine Idee, die Sportlerinnen und Sportlern, Vereinen und Unternehmen vieles erleichtern könnte: Sie wollen Sportveranstaltungen auf einer Online-Plattform bündeln - inklusive Anmeldung und Trainingsplan.

Zum Beispiel der Passauer Domlauf (siehe Bild), der Triathlon in Pfarrkirchen, der Dreiburgenland-Marathon in Thurmansbang. Christian Teringl, Triathlet, nimmt pro Jahr an verschiedenen Veranstaltungen teil. Wann ist der nächste Termin? Ab wann läuft die Anmeldung? Wie hoch ist das Startgeld? Diese Informationen muss er sich bislang mühsam auf verschiedenen Webseiten zusammensuchen.

EXIST-Gründungsstipendium für Idee

Deshalb seine Vision: eine Web-App, die Hobby-Sportlerinnen und -Sportler wie ihn zu solchen Veranstaltungen auf dem Laufenden hält. Und zwar buchstäblich: Die Plattform soll auch individuelle Trainingspläne erstellen können. Für diese Idee haben die Passauer Absolventen Christian Teringl und Ferdinand Frank erfolgreich ein EXIST-Gründungsstipendium eingeworben. Innerhalb eines Jahres wollen sie die Online-Plattform realisieren.

Die Web-App soll nicht nur Hobby-Sportlerinnen und -Sportlern das Leben erleichtern. Vorteile bietet sie auch für

  • Vereine: Die Plattform bietet eine umfangreiche "digitale Organisationshilfe". "Ich bin selbst im Vorstand des Bayerischen Triathleten-Verbandes", sagt Teringl. "Ich weiß, wie schwierig es ist, eine Webseite ehrenamtlich neben seinem Beruf zu betreuen."
  • Unternehmen: Diese sparen sich die zeitaufwendige Suche nach passenden Werbetragenden und viele Telefonate. Denn die registrierten Hobby-Sportlerinnen und -Sportler können auf der Plattform bereits bestimmten Zielgruppen zugeordnet werden. Die Unternehmen und Sponsoren können dann zielgerichtet mit passenden Werbetragenden in Verbindung treten.

Der Informatiker Ferdinand Frank ist bei der Umsetzung für den technischen Bereich zuständig, Betriebswirt Christian Teringl kümmert sich um die Vermarktung und das Geschäftsmodell. Athletinnen und Athleten sowie Vereinen wird die Plattform grundsätzlich kostenfrei zur Verfügung stehen, um möglichst viele Personen für das Angebot zu begeistern. Denn über allem steht der Gedanke des Netzwerkens: Je mehr Vereine und Hobbysportlerinnen und -sportler sich aktiv auf der Plattform vernetzen, desto attraktiver wird diese auch für Unternehmen.

Beteiligte und Förderung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert die Passauer Absolventen mit einem EXIST-Gründerstipendium. Mentor ist Prof. Dr. Franz Lehner, Inhaber des Lehrstuhlsfür Wirtschaftsinformatik II. Prof. Dr. Jan Hendrik Schumann, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Innovation, ist ebenfalls an dem Vorhaben beteiligt.





Projektleitung an der Universität Passau Ferdinand Frank (Universität Passau)

Prof. Dr. Franz Lehner (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II)

Christian Teringl (Universität Passau)
Laufzeit 01.12.17 - 30.11.18
Website http://blog.spoferan.com/
Mittelgeber
Logo des MittelgebersBMWi - Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie > BMWi - EXIST

Themenfelder Betriebswirtschaftslehre


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